In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzt in Bayern ein Gründungsboom an Freiwilligen Feuerwehren ein. Zahlreiche haarsträubende Brände, die teils ganze Städte in Asche legten, ließen die Erkenntnis reifen, dass es einer besseren Organisation bedurfte. Der Fabrikant Carl Metz aus Heidelberg brachte von Reisen nach Frankreich Wissen über die dortige, militärisch strukturierte Brandabwehr mit und begann, in Deutschland Löschspritzen zu vertreiben - erstmals verbunden mit einer fachlichen Ausbildung sowie regelmäßigen Übungen. Einige Feuerwehren entstanden aus den bestehenden Turnerschaften heraus. "Ein Brand war damals für die Leute eine Katastrophe", sagt Neugebauer. "Man hat erkannt, wie wertvoll und wichtig die Strukturiertheit beim Löschen ist." In der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Garching wird auf eine Verordnung König Ludwigs II. verwiesen, der 1868 mit seiner "Königlich allerhöchsten Verordnung, die Verhütung von Feuergefahren betreffend" zur Gründung von Feuerwehrvereinen aufrief. Vorgeschrieben wurde dabei auch eine einheitliche Ausbildung. In Garching, damals ein Dorf mit gut 500 Einwohnern, schlossen sich daraufhin im Jahr 1873 79 Männer zur Freiwilligen Feuerwehr zusammen. Auch in Unterföhring gründete sich im selben Jahr die Feuerwehr.