Doch was ist nun die wahre Geschichte - wie entdeckten die Menschen wirklich das Feuer. Klar ist, dass es Feuer und Brände schon fast seit Anbeginn der Erde gibt. Durch Blitze und Vulkanausbrüche können jederzeit Waldbrände entstehen. Deshalb müssen unsere Urahnen das Feuer als zerstörerische Naturgewalt gekannt haben. Aber erst sehr viel später begannen sie, das Feuer zu bändigen und für sich zu nutzen. Die Steinzeit begann vor etwa 2,5 Millionen Jahren mit den ersten Vertretern der Gattung Homo - was auf Lateinisch "Mensch" heisst. Vermutlich fing der Homo Erectus damit an, der vor 1,8 Millionen Jahren als weitere Urmenschenart hinzukam. Allerdings glauben die Forscher heute, dass die Menschen damals das Feuer noch nicht selber entzünden konnten. Unsere Urahnen hielten jedoch einen natürlich entstandenen Brand als Lagerfeuer am Leben. Schon damit änderte sich vieles: Die Steinzeitmenschen konnten nun ihre Nahrung kochen, sie konnten aus Ton geformte Gefäße durch Brennen festigen. Vor allem das Erhitzen des Essens machte für die Menschen einen großen Unterschied: Manche Wurzeln wurden erst durch Kochen genießbar, vieles wurde bekömmlicher und leichter zu verdauen. Und dann, vor 32 000 Jahren, wurde es erfunden: das erste Feuerzeug. Die Menschen entdeckten, dass ein Funke entsteht, wenn sie zwei bestimmte Steine aufeinander schlugen. Der eine enthielt das Mineral Pyrit und der zweite war ein Feuerstein. Mit dem Funken ließ sich Reisig oder Zunderschwamm zum Glimmen bringen. Seitdem war es nicht mehr ganz so schlimm, wenn doch einmal das Lagerfeuer ausging - vorausgesetzt, man hatte ein Stück Pyrit zur Hand.