Stell Dir vor, Du fährst mit Deinem Pkw an einem warmen Sommerabend auf einer Landstraße entlang.
Hinter einer Kurve entdeckst Du plötzlich ein Fahrzeug, welches gegen einen Baum gefahren ist und die Straße versperrt.
Eine Person liegt am Boden und bewegt sich nicht.
Eine zweite Person schreit um Hilfe.
Sie scheint im Fahrzeug eingeklemmt zu sein.
Das Allerwichtigste, wenn Du an einer Unfallstelle vorbeikommst, ist anzuhalten.
Nichts ist schlimmer, als einfach vorbeizufahren.
Auch wenn bereits ein anderes Fahrzeug zum Stehen gekommen ist, halte auch Du an.
Gemeinsam könnt Ihr besser helfen.
An erster Stelle muss immer die Eigensicherung stehen.
Daher solltest Du immer die Unfallstelle richtig absichern.
Bevor Du direkt zum Handy greifst, um den Notruf abzusetzen, solltest Du einen Moment die Lage betrachten.
Sind die verletzten Personen bei Bewusstsein?
Wie viele Personen sind überhaupt verletzt?
Welche Verletzungen liegen vor?
Diese Fragestellungen helfen Dir dabei, die richtige Reaktion zu finden.
Erst jetzt greifst Du zum Telefon.
Egal ob Festnetz- oder Mobiltelefon:
Unter der europaweiten Notrufnummer 112 erreichst Du immer fachkundige Hilfe.
Lange Zeit wurden in der Erste Hilfe-Ausbildung die fünf W-Fragen gelehrt.
Sie haben ihre Gültigkeit nicht verloren, aber:
Heute führt Dich der Leistellendisponent durch das Gespräch.
Nach dem Notruf solltest Du Erste Hilfe leisten.
Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte kann oft wertvolle Zeit vergehen – Zeit, die Du nutzen solltest.
Denn mit nur wenigen Handgriffen kannst Du oft schon Leben retten.
Spreche den Patienten an.
Ist er bewusstlos, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden.
Prüfe, ob die Person atmet.
Kannst Du keine Atmung feststellen, muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden.
Als Faustregel gilt:
30-mal kräftig auf den Brustkorb drücken, zweimal beatmen.
Dies machst Du so lange, bis der Rettungsdienst oder die Feuerwehr vor Ort eintrifft.
Wichtig:
Bloß nicht aufhören.
Wenn Du einmal mit der Wiederbelebung angefangen hast, musst Du weitermachen, bis die Einsatzkräfte Dich ablösen.
Grundlegende Erste Hilfe-Kenntnisse wie die stabile Seitenlage, die Wiederbelebung, aber auch das Versorgen von stark blutenden Wunden sollte jeder können.
Bleibe bei dem Verunfallten.
Zeige ihm, dass er nicht allein ist und dass etwas passiert.
Schütze den Betroffenen vor Wärmeverlust.
Das Einhüllen in eine Rettungsdecke hat neben der Wärmeerhaltung auch eine beschützende Wirkung – auch bei einem Bewusstlosen.
Wenn andere Verkehrsteilnehmer an der Unfallstelle vorbeifahren, mache auf Dich aufmerksam und dränge diese gegebenenfalls zum Anhalten.
Aber auch wenn Du auf Dich alleine gestellt sein solltest, helfe der Person, die Deiner Meinung nach am dringendsten Hilfe benötigt.
Als Faustregel gilt:
Helfe zuerst bewusstlosen Personen, bevor Du Dich um Personen kümmerst, die bei Bewusstsein sind.
Mitunter ist es möglich, dass leicht Verletzte Dich bei Deinen Maßnahmen unterstützen können.
Bemerkst Du die anrückenden Rettungskräfte, versuche diese einzuweisen, oder bitte andere Personen, dies für Dich zu tun.
Ein Erste Hilfe-Kurs kann die Horrorvorstellung von einem Verkehrsunfall zumindest im Ansatz nehmen.
Deshalb solltest Du regelmäßig einen Kurs absolvieren.
Auch wenn die meisten Menschen nur einmal in ihrem Leben einen Erst Hilfe-Kurs machen, meist für den Führerschein, empfehlen alle Hilfsorganisationen einen Auffrischungskurs nach allerspätestens 5 Jahren.
Bei einem Kurs kannst Du Handlungsabläufe vertiefen und eingerostetes Wissen auffrischen, sodass Du bei einem Unfall richtig helfen kannst.