Prometheus, ein Bruder des Göttervaters Zeus, war ein ziemliches Schlitzohr, das selbst Götter täuschen konnte.
Nachdem die Erde erschaffen war, gab es keine Geschöpfe, die die Natur hätten bewundern können.
Da hatte Prometheus eine Idee: Er nahm Ton und formte daraus Menschen.
Athene, die Göttin der Weisheit, hauchte ihnen Leben ein.
Prometheus brachte den Menschen bei, Häuser zu bauen und Heilkräuter zu mischen, er lehrte sie Schreiben, Rechnen und Kunst.
Doch dann kam es zum Streit zwischen Prometheus und den anderen Göttern.
Verärgert beschlossen sie, dass die Menschen das Feuer nicht kennenlernen dürften.
Trotzdem nahm Prometheus den langen Stängel des Riesenfenchels, zündete ihn an der Sonne an und brachte so das Feuer auf die Erde.
Die Strafe für Prometheus folgte auf dem Fuße: Zeus befahl, Prometheus an einen Felsen zu fesseln.
Aber damit nicht genug: Ein Adler hackte ihm jeden Tag die Leber aus, auch wenn diese nachts wieder nachwuchs.
Eigentlich sollte Prometheus bis in alle Ewigkeit so angekettet bleiben, doch zum Glück rettete ihn nach 30 Jahren der Held und Halbgott Herakles.
Auch die Menschen wurden bestraft: Die Götter sandten die bezaubernde Frau Pandora mit einem Gefäß auf die Erde.
Von Pandoras Schönheit geblendet, nahmen die Menschen das Geschenk an.
Doch in dem Gefäß waren die Krankheiten und alles Übel, das seither die Menschen quält.
So weit die Legende.
Mit der tatsächlichen Geschichte, wie die Menschen das Feuer kennenlernten, hat sie nichts zu tun.
Aber sie zeigt uns etwas anderes: Schon den Griechen war klar, welche herausragende Entdeckung das Feuer war.
Es war so wichtig für die Menschen, dass es alle Übel aus Pandoras Gefäß aufwog.