Typische Horrorgeschichten funktionieren mit Elementen wie dem alten, verlassenen oder vergangenheitsträchtigen Haus, in dem Treppen knarren, Schaukelstühle von alleine schwingen, Türen zuknallen, Lichter flackern, Kinderlachen oder Weinen zu hören sein, Stimmen flüstern, Botschaften auf der Wand zu lesen sein. Verlassene Kinderzimmer sind besonders gruselig. Es muss jedoch einen Grund für den Spuk geben, etwas, was in der Vergangenheit des Orts geschehen ist und was keine Ruhe findet. Der ahnungslose Protagonist, der den Leser quasi an die Hand nimmt und den Grusel allmählich kennenlernt, ist auch wichtig. Der Leser weiß, dass es gruselig wird, weil er das Genre ausgesucht hat, der Held weiß es nicht und sucht ständig nach rationalen Erklärungen. Atmosphäre und Spannung sind ebenfalls entscheidend, eine düstere Grundstimmung muss sein, und Witz oder Komik ist in einer Gruselstory fehl am Platz. Spannung entsteht, wenn man das Grauen nur andeutet, aber niemals Schockeffekte einbaut. Der Moment, in dem der ganze Horror offenbar wird, hängt von dem Protagonisten ab, der plötzlich alle Zusammenhänge erfasst und Teil des Horrors wird. Wenn eine Geschichte so einen Punkt erreicht, wenn alles vorher Unerklärliche sich als echt erweist und als Teil einer Wahrheit, dann könnte es gut sein, dass ein Leser sich gruselt.