Der erste Satz ist die Eingangstür in eine Geschichte und dient damit als Aushängeschild. Er formt die Erwartungen der Leser. Und natürlich soll er zum Weiterlesen anregen. Er sollte die Neugier der Leser anregen, am besten über eine Figur oder eine Beziehung. Er sollte den Schauplatz einführen. Er sollte einen Ausblick auf die Geschichte geben, die den Leser erwartet. Der erste Satz kann uns also mit den Figuren in Kontakt bringen, uns ihren Charakter vorstellen, den ersten Konflikt andeuten, das Setting und seine Probleme zeigen. Der erste Satz kann auch Atmosphäre schaffen, uns in die Stimmung des Buches ziehen, uns vielleicht das Genre präsentieren.
Viele AutorInnen haben sich mit der Heldenreise auseinandergesetzt, einer formalen und etwas abstrakten Theorie, wie eine gute Geschichte aufgebaut werden kann. Die Heldenreise sieht vor, dass wir den Helden am Anfang der Geschichte in seiner gewohnten Welt antreffen, die er verlassen muss, um sein Abenteuer zu bestehen. AutorInnen sollten so früh wie möglich Konflikte zeigen, die eine Notwendigkeit für das kommende Abenteuer andeuten.
Wer die Leser vom eigenen Buch überzeugen will, muss es schaffen, ihnen in den ersten sieben Sekunden etwas zu präsentieren, das sie interessiert. Deswegen sollten AutorInnen sich immer sehr genau mit den ersten paar Sätzen ihrer Geschichten beschäftigen, ihnen besondere Aufmerksamkeit schenken und sich immer die Frage stellen: Was bringt meine Leser dazu, am Ball zu bleiben?