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Welche Hochwasserschutzmaßnahmen gibt es?

Antonius Schuster
Antonius Schuster
2025-06-29 10:15:13
Anzahl der Antworten : 12
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Neben dem aktiven Hochwasserschutz durch die Errichtung von Flussregulierungen, Hochwasserschutzdämmen und Rückhaltebecken, wird der passive Hochwasserschutz immer wichtiger. Dazu gehören die Freihaltung von Flächen, in denen der Hochwasserabfluss zurückgehalten werden kann, und eine sorgsame Bewirtschaftung der Flusseinzugsgebiete. Am Gebäude selbst oder am Grundstück können verschiedene vorbeugende Maßnahmen gegen Schäden durch Hochwasser oder hoch anstehendes Grundwasser getroffen werden: Wasserdichte und auftriebssichere Wannenfundamente bei Neubauten, Wasserrückstau aus dem Kanalnetz verhindern (Rückschlagklappen), Wassersperren an der Grundstücksgrenze, Sandsackbarrieren, wasserdichte Verschlüsse für Fenster und Türen, wasserbeständige bzw. unempfindliche und hohlraumarme Baustoffe für Wände, Decken, Heizanlagen, Stromverteiler und höherwertige Einrichtungsgegenstände in Obergeschosse verlegen, auf Ölheizungen verzichten oder Öltank gegen Auftrieb sichern (Gefahr von Ölaustritten). Jeder Haushalt kann seine individuelle Notfallvorsorge planen: Sandsäcke, mobile Verschlusselemente und sonstige Ausrüstung vorhalten, Pumpen regelmäßig warten, Vorräte einlagern, Verhaltensregeln und Aufgabenverteilung für den Notfall festlegen und kommunizieren (Nachbarn, Kinder, etc.), Gebäudeversicherung gegen Elementarschäden bzw. Hochwasser, Hochwasserwarnungen von Einsatzorganisationen, Gemeinden oder Landesdienststellen beachten.
Lilly Karl
Lilly Karl
2025-06-29 09:37:10
Anzahl der Antworten : 10
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Um die großen Flussgebiete von Donau, Elbe, Rhein, Weser und Oder gegen Hochwasser wappnen und viele Orte besser vor Überflutungen schützen, werden Überflutungsflächen erweitert, Deiche und Rückhaltebecken ertüchtigt. Die Maßnahmen sehen rund 20.000 Hektar Überflutungsfläche und rund 1.180 Millionen Kubikmeter Rückhalte- oder Speichervolumen vor, wenn alles umgesetzt ist. Die Länder können Hochwasserentstehungsgebiete durch Rechtsverordnung ausweisen. In solchen Gebieten ist es wichtig das natürliche Wasserversickerungs- und -rückhaltevermögen zu erhalten oder zu verbessern, indem Böden entsiegelt werden oder geeignete Flächen aufgeforstet werden.
Bodo Ziegler
Bodo Ziegler
2025-06-29 09:18:07
Anzahl der Antworten : 18
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Der technische Schutz ist die effektivste Maßnahme, um gefährdete Gebiete vor Hochwasser zu schützen. Deiche und Mauern zählen zu den ältesten Maßnahmen des Hochwasserschutzes. Durch eigens errichtete Deiche oder Mauern sollen gefährdete Gebiete vor Hochwasser geschützt werden. Alle dezentralen Maßnahmen haben gemeinsam, dass sie im Einzugsgebiet, in der kleinen Verästelung und den Zubringern eingesetzt werden aber nicht direkt an großen Flüssen. Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken sind sogar bei großen Hochwasserereignissen dazu geeignet, die Hochwasserwelle zu kappen. Flutpolder sind eingedeichte Rückhalteräume neben Flüssen, in die bei extremen Hochwasserereignissen gezielt Wasser eingeleitet wird. Auch durch den Betrieb von Staustufenketten kann der Ablauf einer Hochwasserwelle beeinflusst werden. Ein optimiertes Staustufenmanagement versucht dabei, die Hochwasserwelle zu dämpfen.